Geschichte des Ostseebades
Es war einmal ein Seebad mit langer Tradition
Bereits im Jahre 1880 beherbergten Brunshaupten, Arendsee und das Gut Fulgen eine stattliche Zahl von Badegästen. Damals wurden erste Seestege und Badeanstalten nach strenger Geschlechtertrennung errichtet. Auch der erste Strandkorb wurde vom Kühlungsborner Wilhelm Bartelmann gebaut. Als 1904 der Verbindungsweg zwischen Brunshaupten und Arendsee - die heutige Ostseeallee - zur Bebauung freigegeben wurde, entstanden die ersten prächtigen Villen in typischer Bäderarchitektur. Mondäne Logierhäuser boten dem hochkarätigen Publikum der damaligen Zeit das passende Ambiente für die schönsten Wochen im Jahr „die Sommerfrische“.
Der Badebetrieb boomte. Aber der erste Weltkrieg brachte den Fremdenverkehr in den Seebädern zum Erliegen. Ab 1925 erholten sich die Gästezahlen jedoch zusehends. Man hatte sich als familienfreundliches Bad etablieren können. 1938 wurden Brunshaupten, Arendsee und Gut Fulgen zusammengelegt, erhielten das Stadtrecht und den neuen Namen "Ostseebad Kühlungsborn". Bis dato arbeiteten die Orte Brunshaupten und Arendsee gegeneinander und buhlten um die Gunst der Urlauber. Demnach gab es und gibt es heute noch viele Einrichtungen und Bauten zweimal wie z.B. die zwei 2 Konzertgärten. Bis heute symbolisieren drei fliegende Möwen auf blauem Grund im Wappen der Stadt diese drei alten Ortsteile.
Eine geschichtliche Wende nahm die touristische Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg. Im Jahre 1953 wurden viele Hotel- und Pensionsbesitzer im Zuge der „Aktion Rose“ zum Teil willkürlich enteignet. Die Prachtvillen wurden verstaatlicht und in Ferienheime des FDGB Feriendienstes umgewandelt.
Nach der Wende gelang es weitsichtigen Stadtvätern, die historischen Ansichten der um 1900 entstandenen Villen wieder herzustellen.
Ortschronik
| 1219 | Der Name Brunshaupten wird zum ersten Mal in einer Stiftungsurkunde des Nonnenklosters Sonnenkamp (Neukloster) erwähnt. |
| nach 1250 | Die frühgotische Dorfkirche Brunshaupten wird erbaut. |
| 1275 | Herzogin Anastasia schenkt dem Kloster Sonnenkamp das Dorf Arendsee. |
| um 1850 | Erbpächter Wittholz beherbergt die ersten Badegäste in seinem Wohnhaus in Fulgen. |
| 1857 | Erbpächter Wittholz errichtet ein Logierhaus und wirbt mit einem Badeprospekt um Gäste. |
| 1878 | Der Leuchtturm auf dem Buk nimmt seinen Betrieb auf. |
| 1880/81 | Die ersten Badegäste weilen in Brunshaupten. |
| 1882 | Arendsee erhält eine Seenotrettungsstation. |
| 1884 | Erstmalig nehmen auch in Arendsee Badegäste Quartier. |
| 1898 | Die für den Gästeverkehr so wichtige Chaussee zwischen Kröpelin und Brunshaupten wird fertig gestellt. |
| 03.05.1908 | Das Kurhaus Brunshaupten wird eröffnet. Es gilt zu diesem Zeitpunkt als das größte und komfortabelste Hotel in Mecklenburg. |
| 12.5.1910 | Die verlängerte Bahnstrecke von Doberan über Heili¬gendamm bis Arendsee wird für den Verkehr freigegeben. |
| 1918 | Auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges (1914 bis 1918) sind 119 Einwohner der Gemeinden Brunshaupten und Arendsee gefallen. |
| 1930 | Für Brunshaupten und Arendsee werden insgesamt 27.000 Sommergäste gemeldet. |
| 01.04.1937 | Die Gemeinden Brunshaupten-Fulgen und Arendsee werden zur Gemeinde Brunshaupten-Arendsee zusammengeschlossen. |
| 01.04.1938 | Der Gemeinde Brunshaupten-Arendsee werden die Bezeichnung Stadt und der neue Name Ostseebad Kühlungsborn verliehen. |
| 1939/45 | Ein Großteil der Hotels und Pensionen wird als Lazarette sowie Unterkünfte für Bombengeschädigte und Flüchtlinge genutzt. |
| 02.05.1945 | Truppen der Roten Armee besetzen kampflos die Stadt. |
| 1946 | Der Badebetrieb wird wieder aufgenommen. |
| 1947 | Nach Gründung des Feriendienstes des FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund) erfolgt ein Neuaufbau des Bäderwesens. |
| 10.02.1953 | Beginn der berüchtigten „Aktion Rose", in der Besitzer von Hotels und Pensionen sowie mittelständischer Be¬triebe enteignet, vertrieben und verurteilt werden. Nach der Wende gelang es weitsichtigen Stadtvätern, die historischen Ansichten der um 1900 entstandenen Villen wieder herzustellen. |
| 1958 | Der Zeltplatz wird eröffnet. |
| 1967 | Die Zahl der Urlauber übersteigt erstmalig die Zahl 100.000. |
| 1969/72 | Die Meerwasserschwimmhalle entsteht. |
| 1990 | Eine rege Neubau- und Sanierungstätigkeit setzt ein. |
| 03.10.1991 | Die Seebrücke wird feierlich eingeweiht. |
| 1998 | Die Ostseeklinik (Allergologie, Dermatologie, Pädiatrie, Pulmologie) nimmt ihren Betrieb auf. |
| 01.08.2001 | Die Touristik-Service-Kühlungsborn GmbH wird gegründet und übernimmt die Aufgaben einer klassischen Kurverwaltung. |
| 1.4. 2004 | Der Bootshafen ist voll betriebsbereit. |
| 2007 | Das internationale Pressezentrum für den G8-Gipfel in Heiligendamm befindet sich in Kühlungsborn Ost. |





